Der Fitness Blog: Warum Green Brands auf Blogger Relations setzen sollten

Jedem wünscht man es, jeder hofft, genug davon zu haben: Gesundheit. Möglichst lange in einem gesunden Körper leben zu können, das strebt wohl jeder an. Daher kommt das Thema Gesundheit auch nie aus der Mode.

Doch längst vertrauen wir nicht mehr nur auf die sporadischen Tipps, die der Arzt uns nach der Untersuchung gutgemeint mit auf den Weg gibt. Viele Menschen sind heute proaktiv. Wer bewusst leben will, informiert sich eigenständig.

Der Fitness Blog: Warum Green Brands auf Blogger Relations setzen sollten

Was zur Verbesserung des eigenen Wohlbefindens getan werden kann, das erfährt man vor allem, wenn man einmal durch die unzähligen Lifestyle-Zeitschriften blättert, die vor Gesundheits-Tipps nur so strotzen: „In 5 Schritten zum perfekten Body“, „Mit diesen 10 Lebensmitteln schmelzen die Pfunde garantiert“, „7 Wellnesshotels, die sie kennen sollten“, „8 Lifestyle-Apps, die Ihnen das Leben erleichtern“.

Ob wir diese Fülle an Tipps letztlich dann überhaupt umsetzen, ist die zweite Fragen. Irgendwann merken wir doch, dass auch die Zeitschriften nur Produkte werben, die in den Artikeln gekonnt platziert sind…um dann von uns gekauft zu werden.

Ganz bewusste Verbraucher – die den Regenwald lieber schonen und gleich gänzlich auf Zeitschriften verzichten – besorgen sich ihre Informationen aber noch viel einfacher: nämlich im Netz.

„Und täglich grüßt das Internet“

Das Internet ist heute voll von Tipps zu allen möglichen Themen. Insbesondere der Lifestyle Blog, Fitness Blog, Food Blog, oder Rezepte Blog, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Aufgrund der persönlichen Note, der lockeren Schreibweise und angenehmen Lesbarkeit greifen Leser immer häufiger bei ihrer Informationsbeschaffung zu Produkten auf Blogs zurück. Da Blogger Sympathieträger sind, die durch ihre ganz eigene Art zu schreiben und ihre Persönlichkeit bereits eine emotionale Bindung zu den Lesern aufgebaut haben, besitzen sie meist eine treue Leserschaft. Diese kommt im besten Fall immer wieder auf den Blog als Referenzquelle zurück.

Blogger werden von Lesern bei der Meinungsbildung als vertrauenswürdiger und glaubwürdiger empfunden. Vertrauenswürdiger zumindest als statische Webseiten, Werbeportale und Unternehmensseiten. Was Leser nämlich bevorzugen: Authentizität, Menschlichkeit, Nähe und Interaktion. Und das sind die Faktoren, die Blogs so anziehend machen.

Was bedeutet dieser Trend nun für Unternehmen aus dem Nachhaltigkeitsbereich und Green Brands? Und welche neuen Chancen ergeben sich dadurch marketingtechnisch?

Bloggen ist doch auch wieder nur so eine Spielerei!“

Wer heute noch denkt, dass Bloggen eine Spielerei ist, der darf nun eines Besseren belehrt werden.

Hinter einem Food und Fitness Blog steckt nicht selten eine Person mit bemerkenswertem Expertenwissen. Die so oft gedachten „Hobbyblogger“ betreiben heute derart professionelle Blogs, dass sie einem kleinen Privatunternehmen ähneln – und meist auch sind. Was zunächst wie ein Kinderspiel aussieht, ist nämlich im Hintergrund nicht selten ein professionelles Business.

Multitasking ist daher eine Schlüsselkompetenz vieler Blogger. Denn wer sich entscheidet, einen Blog zu schreiben, muss sich darüber bewusst sein, dass man viele Berufsbezeichnungen in einer Person vereint: von Journalist über Online Marketer, Social Media Manager, Content Manager, Netzwerker, Projekt Manager, Programmierer, Fotograf, Videoproduzent und -editor bis hin zu CEO – hier sind eine gewaltige Ladung an Skills und Verantwortlichkeiten erforderlich.

Was macht den Food und Fitness Blog so anziehend?

Fitness Blog Blogger Relations

Fitness Blogger kooperieren gerne mit Unternehmen, um themenrelevante Produkte zu testen und ihren Lesern vorzustellen

Ein Blog ist eine Art interaktives persönliches Online-Tagebuch, in dem sich der Verfasser (Blogger) einem bestimmten Thema seines Interesses widmet. Häufig bedient werden Lifestyle-Themen, wie Gesundheit, Ernährung und Fitness. Der Food- und Fitness Blog wird besonders gern gelesen, denn hier findet der Leser kostenlose Tipps, Inspiration und Anregungen für seinen gesunden Lebensstil. Das Repertoir eines Food oder Fitness Blogs reicht von der Rezeptesammlungen, über Produktempfehlungen (z.B. der beste Laufschuh, der schnellste Smoothie-Mixer, etc.) bis hinzu Workoutvideos. In den Kommentaren tauschen sich Leser und Autor gerne aus, teilen Erfahrungen und Tipps, empfehlen weiterführende Links. Nicht verwunderlich , dass Food und Fitness Blogs heute monatliche Besucherzahlen im fünf- bis sechsstelligen Bereich aufweisen – Tendenz steigend.

Die gute Nachricht: Hersteller von Produkten nachhaltiger Unternehmen, können nun von diesem Trend profitieren. Was genau können Sie nun tun, um die eigene Reputation zu stärken und die eigene Zielgruppe noch gezielter und effektiver zu erreichen?

Das Geheimrezept lautet: Blogger Relations!

Blogs im Green Marketing Mix: die Vorteile für Unternehmen

Viele Unternehmen unterschätzen die zahlreichen und langfristigen Vorteile, die sich aus guten Blogger Relations ergeben. Wenn Sie als Grüne Marke einen beliebten Food Blog oder Fitness Blog für sich gewinnen und die Zusammenarbeit zum Teil Ihrer Green Marketing Strategie machen, profitieren Sie jedoch in vielerlei Hinsicht. Denn für Green Brands ist es nicht immer leicht, sich gegen bereits etablierte Mainstream-Marken durchzusetzen. Blogger Relations können gerade dann bei der Markenbekanntheit und Imagebildung nützlich sein.

Welche Vorteile ergeben sich nun für Grüne Marken aus Kooperationen mit einem Food oder Fitness-Blog?

  1. Wenn Sie Ihr Produkt von einem bekannten Blogger (im Fachjargon „Influencer“) testen lassen, können Sie den Blogger um einen Erfahrungsbericht oder Produkttest bitten, den er/sie auf dem Blog veröffentlicht. Erfahrungsberichte sind sehr beliebt bei Lesern. Sie sind zudem eine sehr subtile und angenehme Art des Marketings und Werbens.
  2. Als Unternehmen profitieren Sie von der Bekanntheit und des Netzwerks des Bloggers und erhalten zusätzlich eine hohe Reichweite.
  3. Sie steigern mit verhältnismäßig geringer finanzieller Investition Ihr Image und Ihre Bekanntheit
  4. Eine Kooperation mit einem Food oder Fitness Blog in Form von Testberichten oder Werbebannern dienen als gute PR. Da immer mehr Journalisten bei der Recherche auf Blogs zurückgreifen, erhöhen Blogger Relations auch die mediale Aufmerksamkeit

Einige Unternehmen haben mittlerweile einen eigenen Etat für Blogger Relations und Kooperationen, da sie den Mehrwert in der Zusammenarbeit mit Bloggern längst erkannt und erfahren haben.

Essen & Beauty sind beliebteste Themen: Gute Chancen für Fitness Blogs 

Laut einer Studie zur Nutzung von Blogs aus dem Jahr 2014 werden folgende Themengebiete am häufigsten gelesen: Digitales & Technik, Essen & Trinken sowie Mode & Beauty.

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Die beliebtesten Themen bei Lesern

Über diese Themen wird auch online am meisten diskutiert. Gute Karten also für Unternehmen, die Produkte aus diesen Bereichen vermarkten möchten. Besonders grüne Marken profitieren hier, denn ein Food oder Fitness Blog agiert oft als Meinungsbildner und Influencer. Können Sie als grünes Unternehmen einen Food oder Fitness Blogger für eine Kooperation begeistern, so erhöhen Sie Ihre Chancen, Ihre Zielgruppe noch schneller und effektiver zu erreichen und Ihr Image zu verbessern.

Auch die für grüne Unternehmen relevante Zielgruppe der LOHAS* informieren sich meist auf Blogs über Themen wie Gesundheit, bewusster Leben und Fitness. Daher erhalten grüne Marken, die auf einem Food oder Fitness Blog vertreten sind, mehr Aufmerksamkeit und Reichweite. Blogger Relations mit Food und Fitness Blogs aufzubauen, macht für nachhaltige und grüne Unternehmen insbesondere deswegen Sinn, weil Unternehmen und Blogger dieser Branche meist gleiche Werte vertreten. Und eine auf gemeinsamen Werten basierende Kooperation ist wesentlich glaubwürdiger, authentischer und gewinnbringender als eine rein profitorientierte Zusammenarbeit. Das spürt die Zielgruppe dann auch und wird es Ihnen danken.

*LOHAS ist der Kurzbegriff für die Zielgruppe der bewussten Konsumenten und steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“ (gesunder und nachhaltiger Lebensstil)

Grüne Karte auch von Bloglesern: Blogger Relations werden toleriert

Wie sicher ist es aber, Kooperationen mit Bloggern einzugehen? Bestehen Risiken, die sich nachteilig auf Ihr Unternehmen auswirken können? Diese Frage ist durchaus berechtigt. Schließlich steht sowohl für das Unternehmen als auch den Blogger das Image auf dem Spiel. Eine Kooperation, die aus rein finanziellen Gründen eingegangen wird, sollte daher vermieden werden. Denn wenn Blogger Produktempfehlungen in ihre Blogartikel integrieren, ohne diese als solche zu kennzeichnen, besteht die Gefahr, das Vertrauen der Leser zu verlieren.

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Laut Aserto Studie zur Einstellung der Blogleser zur Zusammenarbeit von Bloggern und Unternehmen legen die Leser am meisten auf Transparenz wert, besonders wenn der Blogger finanzielle Begünstigungen durch seinen Beitrag erhält, ein großer Anteil der Leser findet Produktempfehlungen inspirierend und hilfreich für die Meinungsbildung bei der Kaufentscheidung

Passen Blog, Unternehmen und Art der Kooperation hingegen gut zusammen und sind alle Bedingungen im Voraus geklärt, dann stehen auch mehr als die Hälfte der Blogleser einer solchen Zusammenarbeit und gegebenenfalls finanziellen Unterstützung positiv gegenüber. Worauf jedoch stets geachtet werden sollte, ist eine transparente Kommunikation solcher Kooperationen. Denn darauf legen Blogleser besonders Wert.

Erfolgreich Blogger Relations aufbauen: Das sollten Sie beachten 

Blogger Relations können für Unternehmen besonders gewinnbringend sein und immer mehr Unternehmen sind auf der Suche nach dem passenden Influencer für die eigene Marke. Doch wie sieht es auf Seiten der Blogger aus? Besteht überhaupt Interesse an Kooperationen mit Unternehmen?

Die Bereitschaft ist definitiv da: 60% der Blogger begrüßen Kooperationen mit Unternehmen. Inwiefern ein Blogger an Kooperationen mit Unternehmen interessiert ist, lässt sich ansonsten auch schnell anderweitig herausfinden: nämlich mit einem Blick auf das Blogmenü eines Blogs.

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Im Menü von Karl Ess finden Unternehmen meist schon gezielte Informationen für Kooperationen

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Halten Sie Ausschau nach dem Verweis „Kooperation“ im Blogmenü, wie hier bei Being Fit Is Fun

Blogger, die an Kooperationen interessiert und schon erfahren sind, haben oftmals bereits einen Extra-Menüpunkt „Kooperationen“ eingebaut. Dort finden Sie Bedingungen, die der Blogger an Sie und eine zukünftige Zusammenarbeit stellt. Als Unternehmen sollten Sie diese unbedingt beachten und nicht willkürlich Massenmails versenden, sondern sich wirklich Zeit nehmen und sich mit dem „Typus“ und den Werten des Bloggers auseinandersetzen.

Möchten Sie einen Blogger für sich gewinnen, so gilt es, einige wichtige Punkte zu beachten. Dies war in der Vergangenheit leider nicht immer der Fall und führte folglich zum Scheitern der Kooperation.

Wenn Sie ernsthaft an einer guten Beziehung zu Bloggern interessiert sind, sollten Sie auf jeden Fall auf den sogenannten Blogger Relations Kodex achten. Dieser besagt Folgendes: Es steht jedem Blogger frei, mit Marken zu kooperieren. Dabei muss immer klar erkennbar sein: Welcher Artikel ist in Zusammenarbeit mit einer Marke entstanden und welcher nicht. Auch §6 Abs. 1 Nr. 1 TMG besagt, dass Werbung für den Nutzer deutlich sichtbar sein muss. Und das gilt auch für Blogger, weil sie nicht als Privatpersonen handeln, sondern redaktionelle Texte verfassen.“

Halten Sie sich an die Bestimmungen des Kodexes, so ist dies eine gute Basis für weitere und bestenfalls langfristige Zusammenarbeit. Denn diese ist nur gewährleistet, wenn eine vertrauensvolle und echte Beziehung zwischen Blogger und Unternehmen entsteht.

Worauf Sie als Unternehmen noch achten sollten:

  • Blogger erwarten den ersten Schritt vielmals von dem interessierten Unternehmen.
  • Das Angebot seitens des Unternehmens sollte zum Gesamtthema, der Philosophie und den Werten des Blogs passen. Werden diese gebrochen, hat das meist einen Vertrauensbruch den Lesern gegenüber zur Folge. Und das strebt kaum ein Blogger an. Nicht um jeden Preis.
  • Womit wir beim nächsten Punkt sind: die Vergütung50 Prozent der Blogger möchten für die Zusammenarbeit mit Unternehmen entsprechend fair belohnt oder vergütet werde
  • Die richtige Ansprache: Schauen Sie sich auf dem Blog um und finden Sie heraus, wie der Blogger mit seinen Lesern spricht. Formal, persönlich, locker? Wie alt ist der Blogger? Da die Vielzahl der Foodblogger 30+ und berufstätig ist, wünschen sie sich eine professionelle Ansprache per „Sie“ von Unternehmen. Kontaktieren Sie den Blogger per Social Network (dort sind sie meist leicht zu finden und anzusprechen), über Email oder, was sich als beste Lösung bewährt hat, greifen Sie einfach zum Telefonhörer und tauschen Sie sich dort aus. Das ist persönlicher und Sie bekommen ein Gefühl für einander. Plus: es spart Zeit.
  • Der richtige Umgang mit Bloggern: Die Frustration ist groß, wenn sich Blogger nicht von Unternehmen ernst genommen fühlen. Das passiert meist dann, wenn sie das Gefühl haben, wie eine Werbetrommel benutzt zu werden. Respektieren Sie Blogger. Sprechen Sie Blogger stets professionell und auf Augenhöhe an. Seien Sie menschlich, zeigen Sie Interesse und Respekt, und fragen Sie sich, wie auch Sie Bloggern einen Mehrwert bieten können. Denn während diese Ihre Produkte „unters Volk“ bringen, können Sie die Beziehung noch weiter ausbauen. Fragen Sie sich: Wo könnte der Blogger Unterstützung gebrauchen? Kristallisieren Sie die Bedürfnisse des Bloggers heraus und bieten Sie eine Lösung an. Vermeiden Sie in jedem Fall einseitige Angebote, aus denen nur Sie profitieren.
  • Transparenz: Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Produkt bei jedem Kooperationspartner auf Gefallen stößt. In diesem Fall steht es dem Blogger zu, die Kooperation abzulehnen oder zu beenden, das Produkt nicht zu werben oder seine/ihre Meinung, auch wenn nicht positiv, zu teilen. Sehen Sie Kritik als Verbesserungsmöglichkeit.

Negatives Feedback kann auch Folge unzureichender Planung und Überprüfung der Passgenauigkeit zwischen Unternehmen und Blogger sein. Achten Sie also darauf, dass Ihr Kooperationspartner ähnliche Werte vertritt und setzen Sie sich vorher intensiv mit den Interessen und Absichten Ihres zukünftigen Kooperationspartner auseinander. Somit vermeiden Sie Negativerfahrungen sowie Verluste oder gar Imageschäden. Bevor dies passiert, können Sie jedoch proaktive Schritte einleiten.

Wie Sie den richtigen Kooperationspartner und Blogger finden, erfahren Sie in Teil 2 dieser Artikelserie.

Quellen:

Bildquellen

anna.berzbach@ska-network.com'

von Anna Berzbach

Anna Berzbach ist Online Redakteurin bei SKA Network. Als Kultur- und Sprachliebhaberin hat sie Nordamerika-Studien und Spanisch an der FU Berlin studiert. Schon früh legte sie Wert auf eine bewusste Lebensweise und nachhaltigen Konsum. Sie kauft Bio und ernährt sich überwiegend vegan. Digitale Medien schätzt Anna insbesondere wegen deren Möglichkeiten zur Förderung von Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstem Denken und Handeln. „Nirgendwo anders erreichen positive Botschaften so viele Menschen in so kurzer Zeit“.

2 Comments

  1. e.andrae@trusted-blogs.com'

    …toll! Diesen Beitrag empfehlen wir über unser Netzwerk sehr gerne weiter.

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    1. pierre.schramm@ska-network.com'

      Hallo Eddy, vielen Dank für den tollen Support im Netzwerk. Schön, dass Dir der Beitrag gefällt.

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